Mehr zu Hannelore Hoger und ihrer Tasse

Bei der Gestaltung dieser Tasse verließ sich Hannelore Hoger auf ihre Intuition, denn eigentlich hatte sie eine andere Idee. Doch letztendlich überwog das Bauchgefühl, und die Hobbymalerin entschied sich die Tasse mit zwei Tieren zu schmücken: ihrem Lieblingstier, einem Elefanten und einem exotischen Vogel. Und so unterschiedlich die Tiere auch sind, Hoger vereint sie durch das passende Gedicht auf der Untertasse:

Zwei Tiere, die nicht zusammen passen
treffen sich auf einer Untertassen.
Die Liebe wollen sie probiern
Müssen dafür ihren Kopf riskiern.


Eine Tasse, typisch für Hannelore Hoger, authentisch, kreativ und auch ein bisschen eigenwillig.

„An meiner Mutter schätze ich ihre Direktheit, das Selbstbewusstsein und die Gabe, auch bei Regen fröhlich dreinzuschauen.“ Nina Hoger

ZDF-Landesstudio

Hannelore Hoger, geboren in Hamburg, konnte und wollte nur Schauspielerin werden. Hogers Vater war selbst Schauspieler und Inspizient am Ohnsorg-Theater, ihre Mutter Schneiderin. Bereits im Alter von sechs Jahren hat sie ihren ersten Bühnenauftritt im Ohnsorg-Theater. Mit 14 Jahren bekommt sie dort ihre erste größere Rolle, ein Jahr später steht ihr Entschluss fest, Schauspielerin zu werden. Nach dem Realschul-Abschluss, studiert sie an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Berlin und Hamburg.


Bereits mit 20 Jahren wird Hoger Mutter, ihre Tochter Nina kommt am 24.März 1961 zur Welt. Ohne Mann an ihrer Seite muss Hoger den Spagat zwischen Theaterengagements und Kindererziehung schaffen. In jungen Jahren zeigt sich bereits, eine Frau mit starkem Willen und Durchsetzungsvermögen.


1961 wird sie an das Stadttheater Ulm verpflichtet, wo ihre Zusammenarbeit mit Peter Zadek beginnt. Im Laufe der Jahre gibt Hoger in Zadeks Inszenierungen u. a. die Emma Mörschel in "Kleiner Mann, was nun?" (1972), die Rosa Fröhlich in "Professor Unrat" (1974) und den Narren in Shakespeares "King Lear" (1974). Zuletzt spielt sie unter ihm 2005 am Burgtheater in Wien.


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Nach der Anfangszeit in Ulm spielt sie dann am Theater der Freien Hansestadt Bremen (1965-1967) und am Württembergischen Staatstheater in Stuttgart (1968-1972). Nach einem 8-jährigen Engagement am Schauspielhaus Bochum, kehrt sie 1980 wieder nach Hamburg zurück. In dieser Phase lernt sich auch den argentinischen Regisseur Augusto Fernandez kennen. In Bochum spielt sie u.a. die Hauptrolle in seiner "Doña Rosita bleibt ledig" (1974). In Hamburg war sie unter Fernandez' Regie die Marquise in Goethes "Der Groß-Cophta" (1982) und die Irina in Tschechows "Die Möwe" (1984). Im Jahre 1975 wird Hannelore Hoger von der Zeitschrift Theater heute zur „Schauspielerin des Jahres“ gekürt.


Doch nicht nur die Bühnen bietet ihr Gelegenheiten sich selbst zu verwirklichen. Schon bei ihrem ersten Kinofilm, Alexander Kluges DIE ARTISTEN IN DER ZIRKUSKUPPEL: RATLOS (1968), spielt sie Leni Peikert, eine Frau, die weiß, was sie will.


Durch ihre weitere Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Volker Schlöndorff (DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM, 1976), Peter Zadek in EISZEIT (1977) und Kluge (DIE PATRIOTIN, 1978) wird Hoger zu einer der bekanntesten Darstellerinnen des Neuen Deutschen Films.


Trotzdem zieht es sie immer wieder zurück zum Theater, seit den 80er Jahren führt sie auch erfolgreich Regie. Kritiker überzeugte sie unter anderem 1986 Hebbels „Maria Magdalena“ und drei Jahre später mit Bernhards „Am Ziel“ und Wedekinds „Frühlingserwachen“. Zuletzt inszenierte sie Brecht „Kleinbürgerhochzeit“ 1995 am Kölner Schauspielhaus.


Nicht zuletzt durch ihre zahlreichen Rollen in Film und Fernsehfilm entwickelte Hannelore Hoger ihr ganz eigenes Bild einer starken Frau im Film; Einer Frau mit Charakter und Selbstbewusstsein. Zu ihren Meisterleistungen gehört ihre Rolle in Egon Monks Fernseh-Fünfteiler DIE BERTINIS (1988). Dort spielt sie eine Frau, die aus Liebe ihre eigene künstlerische Karriere zu Gunsten der ihres weniger begabten Ehemannes zurückstellt. Ein Jahr später erhält sie den Chaplin-Schuh als Beste Darstellerin vom Bundesverband Regie. In Teil neun von Edgar Reitz' ZWEITER HEIMAT (1993) gibt sie eine etwas schrullige Verlagserbin, die ein böses Familiengeheimnis bewahren will.


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Am 26. März 1994, feiert Hoger mit dem Piloten DIE KOMMISSARIN ihre Premiere als BELLA BLOCK. Mehr als 6 Millionen Zuschauer sehen die erste Folge einer der erfolgreichsten Krimi-Reihen Deutschlands. Die Rolle der Bella Block scheint perfekt für Hoger; eine Frau jenseits der 50, hochintelligent, rothaarig, selbstständig, unabhängig. Eine Frau in den Diensten der Polizei, die aber dennoch ihre eigenen Wege geht. Sie löst ihre Fälle mit einem Engagement, das sie an ihre eigenen Grenzen bringt. Und der Erfolg gibt ihr Recht. Für ihre Rolle als Hamburger Polizei-Kommissarin erhält Hannelore Hoger den „Adolf-Grimme-Preis in Gold“ (1994), zwei Jahre später den „Goldenen Löwen“ und 1998 die „Goldene Kamera als beliebteste deutsche Kommissarin“. Und nicht zu vergessen nach fast zehn Jahren im Polizeidienst 2003 auch den „Blauen Panther als beste TV-Kommissarin“.


In Helmut Dietls Gesellschaftssatire ROSSINI (1997) zeigt sie sich dann auch von ihrer komödiantischen Seite als Klatschreporterin Charlotte.
Dieses Talent zeigt Hannelore Hoger auch gerne an der Seite ihrer Tochter Nina, u.a. in der ZDF-Reihe VIER MEERJUNGFRAUEN oder auch im Ensemble „Die Noisten“, in dem sie seit 2005 gemeinsam auftreten.


Hoger experimentiert auch gerne abseits der Bühne. So spielt sie seit 1990 gemeinsam mit dem Schauspieler Joachim Dietmar Mues und dem Pianisten und Sänger Joachim Kuntzsch unregelmäßig das Programm "Außen rot und innen - Ein Tucholsky-Abend". Gelegentlich tritt sie auch mit ihrem früheren Lebensgefährten, dem Pianisten Siegfried Gerlich, als Sängerin in "Liebesschluchzen – Texte und Lieder über die Liebe" auf.
Nach über 40 Jahren Karriere auf und vor der Bühne, in Film und Fernsehen erhält sie 2002 den „Robert-Geisendörfer-Preis für ihre herausragenden Charakterdarstellungen“. Hannelore Hoger ist eine Schauspielerin mit vielen Talenten und Gaben, sie steht auf der Bühne, spielt, singt und liest. Sie erheitert in Komödien und glänzt in starken Rollen. Man kann Hannelore Hoger eine Charakterdarstellerin nennen, mehr noch ist sie eine Darstellerin mit Charakter.

Quellen: (AP, Stand: 02.09.2004), (EPD, Stand: 09.08.2001); (DPA, Stand: 14.08.2006); Wikipedia