Mehr zu Ulrich Tukur und seiner Tasse
Tukur sitzt am Hafen von Tanger in Marokko, in Vorfreude auf den Besuch seiner Töchter Lilli und Marleen. Er sucht ein Motiv für die Mokkatasse. Sein Blick schweift über den Hafen und die Promenade, die von Laternen in orange-gelbes Licht getaucht wird. Und schon ist das Motiv für die Hansetreff Tasse geboren, eben „wie einst Lilli Marleen“!
Die Untertasse zeigt die Strophe eines Liedes, welches Tukur bereits in seiner Studentenzeit komponierte: „Ein Tässchen Mokka, das Mondlicht und Du...“ Die Mokkatasse für den ZDF hansetreff also auch ein Stück ganz persönlicher Erinnerung.

Der Freigeist. Wenn Ulrich Tukur spielt, sind seine Rollen von zeitloser Schauspielkunst, unangestrengt und von freiem Geist. Tukur muss nicht buhlen, ringen oder die Rampensau rauslassen, er - ist.
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Zur Person:
Ulrich Tukur (eigentlich Ulrich Scheurlen) wird am 29.07.1957 in Viernheim geboren. Der Sohn eines Diplom-Ingenieurs und einer Landwirtschaftslehrerin wächst in Westfalen, Hessen und Niedersachsen auf.Sein Abitur macht Tukur 1977 in Hannover und erwirbt bei einem längeren Studienaufenthalts in Boston (USA) zusätzlich noch einen High-School-Abschluß.
Während seines Studiums der Germanistik, Anglistik und Geschichte an der Universität in Tübingen, jobbt er nebenbei als Musiker, u.a. mit der „Floyd-Floodlight-Foyer-Band“. Seine Leidenschaft für die Bühne ist nun entgültig geweckt und so beginnt Tukur 1980 an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart seine Ausbildung.
Noch während seines Studiums tritt Tukur in seinem ersten Film in Erscheinung: In Michael Verhoevens DIE WEIßE ROSE (1982) übernimmt er die Rolle des Willi Graf. Nach erfolgreichem Studienabschluss (1983) folgt sein erstes Engagement an den Städtischen Bühnen Heidelberg.
Ein Jahr später gelingt Tukur auch der Durchbruch auf der Bühne. In Peter Zadeks Inszenierung von Ghetto spielt er den SS-Offizier Kittel. Danach wechselt er ans Deutsche Schauspielhaus in Hamburg. Hier überzeugt er in Julius Cäsar, in Zadeks Inszenierung von Lulu (beides 1985) und als Hamlet (1989). In Folge seiner gefeierten Auftritte wird er von den deutschen Theaterkritikern zum Schauspieler des Jahres 1986 gekürt. Für seine Rolle des Andreas Bader im Film STAMMHEIM (1986) erhält Tukur im selben Jahr den „Goldenen Bären“.

Neben der Karriere als Theater- und Fernsehschauspieler beginnt Tukur sich auch als Musiker einen Namen zu machen. So bietet sich dem Akkordeon- und Klavierspieler 1989 in dem Stück IN MEINEM HERZEN, SCHATZ die Gelegenheit, Hans-Albers Lieder auch auf der Leinwand zu interpretieren. Ein Jahr später veröffentlicht er seine erste Schallplatte TANZPALAST.

1995 erklärt er sich bereit, mit Ulrich Waller die künstlerische Leitung der Hamburger Kammerspiele zu übernehmen. Gemeinsam führen sie das Haus in acht Jahren aus der finanziellen Krise. Zur Saisoneröffnung 1995 spielt er den Kriegsheimkehrer Beckmann in Draußen vor der Tür. Im selben Jahr geht Tukur auch neue musikalische Wege und gründet die Tanzkapelle „Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys“, mit der er in den folgenden Jahren viele Tourneen bestreitet und mehrere Alben (u.a. „Meine Sehnsucht ist die Strandbar“) veröffentlicht.
1996 erhält Ulrich Tukur die Goldene Kamera für seine Rolle in der TV-Studie DER MÖRDER UND SEIN KIND.

Von 1999 bis ins Jahr 2001 gibt er den Jedermann bei den Salzburger Festspielen und verkörpert im Jahr 2000 den Theologen Dietrich Bonhoeffer in Bonhoeffer- DIE LETZTE STUFE. Im gleichen Jahr wird er mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.
Das Jahr 2002 bringt für Tukur wieder neue Herausforderungen. Zum einen veröffentlicht er sein erstes Hörbuch Der Frauenmörder, zum anderen beginnen die Dreharbeiten für Steven Soderbergh’s Film SOLARIS, in dem Tukur mit Hollywood-Stars wie George Clooney zusammen spielt.
2004 erhält er den deutschen Fernsehpreis als „Bester Schauspieler“ für seine Interpretation eines Serienkillers im TATORT – DAS BÖSE.
Für seine Rolle des Oberstleutnant Anton Grubitz im deutschen Kinofilm DAS LEBEN DER ANDEREN, wurde er im Mai dieses Jahres mit dem Deutschen Filmpreis in Gold für den besten Nebendarsteller ausgezeichnet.
Im Moment arbeitet Tukur wieder für das ZDF. Unter Regie von Dieter Wedel und an der Seite von Veronica Ferres, spielt er in der Komödie MEIN ALTER FREUND FRITZ.
Ulrich Tukur in wenigen Worten zu beschreiben ist schwer. Er ist ein herausragender Schauspieler, Musiker, Komponist und Autor. Seine Schauspielerei und seine Musik sind nicht nur das Ergebnis seiner harten Arbeit, sondern auch das Ventil für seine schier unerschöpfliche Kreativität. Tukurs Tun ist von einer ganzen besonderen Leichtigkeit, egal wie schwer und dunkel seine Rollen wirken. Tukur ist ein fast rastloser Künstler - immer unterwegs, immer neuen Projekten zugewandt, ein Leben fast ohne Pause. Ruhe findet oder braucht er nur selten aber dann in seinem geliebten Venedig. Dort lebt er gemeinsam mit seiner Frau.

